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Service Without Obstacle Procedure


Cannondale Exchange Programm SWOP von Grinsekater auf MTB-News.de

Cannondale präsentiert das Austauschprogramm für Lefty / Fatty-Dämpfer mit dem Namen SWOP.

Diese Programm bietet eine neue Alternative zum normalen Gabelservice.

Sobald die Saison beginnt, möchten die meisten von Euch ihre Fahrräder warten und reparieren lassen. Dies verursacht häufig eine ausgelastete Werkstatt und unerwünschte Wartezeiten.  SWOP hilft das zu vermeiden. Bei SWOP wird lediglich der Dämpfer ausgetauscht.  Anstelle einer zeitintensiven Werkstattreparatur dauert der Austausch der Kartusche nur wenige Minuten.

Macht einfach mit, beim neuen SWOP-Programm von Cannondale

Wir erklären Euch gerne ausführlich bei einem Gespräch die Möglichkeiten.

Sprecht uns doch einfach an.

Euer ZRT-Team

 

Intro:

Ich will hier nicht ewig auf die Vorteile der Lefty eingehen, dass sie steif, leicht und super fein ansprechend ist, sollte allen klar sein. Durch die Steifigkeit resultiert v.a. in Kurven ein größerer nutzbarer Federweg als bei einer Konkurrenzgabel mit 150mm Federweg. Aus dem Grund hat es für uns auch Sinn gemacht, das Teil in das Jekyll einzubauen, um es zur eierlegenden Wollmilchsau zu machen. Der Umbau ist umfangreich, da er einen neuen Steuersatz, Vorbau/Steuerrohreinheit und eine neue Nabe erfordert. Das Endergebnis spricht für sich: 10,8 kg – ohne Pedale – und das bei 140mm/150mm Federweg.
Man sollte noch wissen, dass der Umbau einige Veränderungen mit sich bringt. Wer einen kurzen 50-70mm Vorbau montieren möchte wird bei Cannondale nicht bedient und, das ist nun der eigentlich wichtige Punkt, die Gabel baut ca. 10-15mm niedriger als eine FOX 32 mit 150mm Federweg, so dass ihr eine Geometrieveränderung von ca 1,5° habt, also nun 68,5° Steuerrohrwinkel und nicht mehr 67°.

Set-Up:

Allein schon im Stand beeindruckt die Lefty mit einem unglaublichem Ansprechverhalten, das keine Konkurrenzgabel zu bieten hat. Dementsprechend war die Vorfreude auf eine ausgiebe Tour riesig. Bevor es losgeht steht euch allerdings ein umfangreiches Set-Up bevor. Ich kann euch nur empfehlen, euch viel Zeit zu nehmen, denn damit steht und fällt das Jekyll-Erlebnis. Den Hinterbau solltet ihr nicht nach der Gewichtsangabe von Cannondale abstimmen, sondern eher ein bis zwei Gewichtskategorien unter der Herstellerangabe bleiben, sonst nutzt ihr den Federweg nicht. Die Lefty hingegen würde ich einen Tick zu straff einstellen (bei mir mit 80kg) ca. 10bar, sonst taucht sie zu stark durch.

On the trail:

Hoch:
Beim Draufsitzen fällt schon sofort die kurze Einbauhöhe auf, es ist frontlastiger als mit einer 32er, man braucht aber bergauf keine Federwegsverstellung mehr. Die Blockierung ist durch das feine Ansprechen notwendig, bei einer 32er hingegen unnötig. Bergauf würde ich 4 von 5 Sternen geben. Das Teil fährt echt alles hoch, ist spritzig, steif und wendig.

Runter:

Jetzt wird es spannend: Um mein Fahrerprofil mal kurz zu erläutern, kann ich sagen, dass ich irgendwie hochkommen möchte, um aber dann auf schmalen Wegen runter zu fahren. Aus dem Grund finde ich die alte Prophet-Geometrie so perfekt, da sie einen DH-lastigen Lenkwinkel bietet, der Sitzwinkel steil zum hochfahren ist und der Radstand in Gr. M 1150mm aufweist und mit steigendem Tempo mehr Sicherheit bietet.

Deshalb waren meine Erwartungen sehr hoch, denn die Voraussetzungen waren super. Bergauf war der steilere Lenkwinkel toll, aber bergab wird es jetzt spannend. Für unsere Gegend in den Mittelgebirgen bevorzuge ich eine flache Front, um genug Druck in den Kurven auf das Vorderrad zu bekommen. Das Problem hier ist, dass die Lenkerhöhe, trotz der niedrigen Einbauhöhe immer noch zu hoch ist.

Das zweite Problem ist der Lenkwinkel, der inzwischen eher CC-Maße hat. Das bedeutet, dass der Radstand eigentlich lang ist und Laufruhe verspricht, aber der Lenkwinkel jetzt zu steil ist, um genug Laufruhe reinzubringen. Es fühlt sich seltsam unharmonisch an. Die Federwegausnutzung ist der Wahnsinn an der Gabel und gleichzeitig ist es ein weiteres Problem, das zum unharmonischen Fahrverhalten beiträgt.

Die Gabel arbeitet auch in Kurven und vor Hindernissen so sensibel, dass der Fahrer keine Rückmeldung über die Bodenbeschaffenheit mehr bekommt. Ihr müsst euch vorstellen, ihr fahrt nun über eine Wurzel und wollt kurz das ganze Rad am höchsten Punkt der Wurzel leicht abheben lassen. Was man dazu brauch ist Rückmeldung, wann die Wurzel zu Ende ist, um den optimalen Absprungzeitpunkt nicht zu verpassen.

Die üblichen Gabeln wie 32er geben diese Rückmeldung, die Lefty leider nicht. Ihr könnt das vielleicht mit dem Fahren einer Mercedes S-Klasse gegenüber einem Porsche 911. Ersterer bietet extrem hohen Fahrkomfort und kaum Rückmeldung in der Lenkung, letzterer hingeben weniger Fahrkomfort, dafür sehr viel Rückmeldung. Des Weiteren ist die Gabel zwar steif, aber jedoch nur in zwei Richtungen, nämlich wenn es um das Bremsen und Lenken geht.

Drückt ihr die Gabel aber aktiv in Bodenwellen (z.B. Pumptrackfahren) in den Untergrund, so verdreht es leider das Vorderrad in Richtung Gabelholm. Dies führt zu einem etwas komischen Lenkimpuls, bzw. Abkippbewegung, die man dann als Fahrer überraschender Weise ausgleichen muss. Bei einer konventionellen Gabel gibt es dieses Phänomen nicht, da die Steckachse in dem Fall mehr Steifigkeit verleiht.

Fazit:

Die Theorie hört sich super an, die Praxis gestaltet sich schwieriger. Für Tourenfahrer oder komfortsuchende MTBler ist die Lefty eine tolle Gabel im Jekyll. Denjenigen unter euch die eher bergab fahren wollen, würde ich aber die klassische Variante empfehlen. Das Fahrwerk ist mit einer 32er FOX fahrwerksseitig wesentlich harmonischer. Wenn ihr es aber richtig machen wollt, dann baut ihr gleich eine 36 FOX Talas ein. Da wird der Lenkwinkel mit 66° schön flach für den DH, Talas bringt bergauf ordentlich Fahrspass und die Optik wird auch optimiert, da die 36er dann perfekt zu dem voluminösen Rahmen passt.

Wir machen’s hier bei ZRT wie bei Der Zeitschrift EVO: es gibt eine Sternbewertung:

Mit Lefty gibt’s 3 von 5 Sternen

+ Gewicht, Handling bergauf, hoher Komfort
– Geometrieveränderung, unharmonisches Fahrverhalten

Gruß

David